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Name: Klaus Büchi
Datum: Monday 2004-08-23 12:44:43
Email: kbsearchabhierloeschenspamschutz@gmx.de
Nachricht: Halterner Staussee, Algen, Schließung des Schwimmbades

Am 21.08.04 wurde das Schwimmbad des Halterner Stausees (Germany, NRW) geschlossen. Grund: Starkes Algenwachstum.
Am 23.08.04 richtete ich ein Anfrage an den die Gelsenwasser AG mit folgenden Fragen:
1. Wie beeinflusst das Algenwachstum die Qualität des Wassers des Halterner Stausee?
1.1 Welche Algen sind zur Zeit im Halterner Stausse (Grün- Blaualgen...)?
2. Hat die Gelsenwasser AG das Algenwachstum durch Stoffe, die von außen dem Wasser zugeführt wurden, bewußt erzeugt oder verändert (Flockungsmittel), um die Wasserqualität zu verbessern?
2.1 Welche Zusatzstoffe sind das?
2.2 Wie wirken sich diese Zusatzstoffe auf die Wasserqualität aus?
3. Welche Usachen sind für das Algenwachstum in diesem Sommer bekannt?
3.1 Wann wird das Strandbad am Halterner Stausee wieder geöffnet?

Am 24.08.04 erhielt ich folgende Antwort von der Gelsenwasser AG:
Sehr geehrter Herr Büchi,
gern beantworten wir Ihre Anfrage bzgl. der Algenentwicklung in der Halterner Talsperre. Ich nehme Bezug auf die Nummerierung Ihrer Fragen:
Zu 1.

Die Algenzusammensetzung in einem Gewässer ist das Ergebnis einer bestimmten Wasserqualität und weiterer Wachstumsbedingungen (Nährstoffe, pH-Wert, Temperatur, Licht, Durchmischungs-, Strömungsverhältnisse etc.). Die Algen selbst belasten das Wasser dann ggf. indirekt (z. B. Massenentwicklungen) durch die Abgabe von Produkten des Zellstoffwechsels. Diese Substanzen werden im Rahmen des natürlichen Selbstreinigungsprozesses in aller Regel relativ schnell wieder abgebaut.

Zu 1.1
In der Talsperre Haltern haben sich neben den immer vohandenen anderen Arten aus der Gruppe der Grün-, Kiesel- und Goldalgen zurzeit nadelförmige, sichtbare Blaualgen sehr stark entwickelt.

 

Zu 2.Nein

Zu 2.1./2.2. Keine

Zu 3.
Algen können sich entsprechend der im Gewässer vorherrschenden Rahmenbedingungen so lange vermehren, bis ein begrenzend wirkender Wachstumsfaktor auftritt. Begrenzend wirken können die Nährstoffkonzentrationen, die Lichtverfügbarkeit, die Verweildauer (bis zum Ausspülen oder bis zum Absinken auf den Gewässerboden), die Menge an Fraßfeinden (z.B. "Wasserflöhe") und Infekte durch Mikroorganismen (Algen werden mit zunehmender Populationsdauer häufig von Bakterien und Pilzen infiziert). In diesem Sommer gibt es keine "besonderen" oder unüblichen Ursachen für das Algenwachstum.


Im Allgemeinen ist in unseren Gewässern die Konzentration des Nährstoffes Phosphor der wichtigste wachstumsbegrenzende Parameter für Algen. Die Phosphorkonzentrationen haben sich in den Zuflüssen zu den Talsperren Hullern und Haltern in den letzen Jahren zwar deutlich verringert, sie sind für langanhaltende Algenblüten aber immer noch ausreichend hoch. In wieweit in einem bestimmten Jahreszeitraum und ob im einen oder anderen Jahr überhaupt eine verstärkte Algenvermehrung auftritt, lässt sich nicht vorhersagen, sondern hängt von den übrigen genannten Randparametern ab.

Zu 4.
Das Strandbad wurde nicht von der GELSENWASSER AG, sondern auf Verfügung des Gesundheitsamtes des Kreises Recklinghausen geschlossen und kann auch nur von diesem wieder für den Badebetrieb freigegeben werden. Wann das ist und aufgrund welcher Beurteilungskriterien liegt im Ermessen des Kreisgesundheitsamtes.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Heidrun Schneider
GELSENWASSER AG,Unternehmenskommunikation
Willy-Brandt-Allee 26
45891 Gelsenkirchen
Tel. 02 09 / 7 08-2 47, Fax -2 92
E-Mail: heidrun.schneider@gelsenwasser.de


Am 24.08.04 hat die Stadt Haltern auf meine Anfrage wie folgt geantwortet:

Sehr geehrter Herr Büchi,
da die Stadt Haltern am See keine eigene Zuständigkeit für die Stevertalsperre (Halterner Stausee) hat, bin ich zur Beantwortung Ihrer
Fragen auf die Veröffentlichungen der Gelsenwasser AG bzw. der Seegesellschaft Haltern als Betreiberin des Seebades angewiesen. Die Geschäftsführung der Seegesellschaft hat im übrigen der Kreis Recklinghausen inne.


zu 1. In der Presse war in den letzten Tagen stets von Blaualgen die Rede.


zu 2. Laut Aussage Gelsenwasser wirken die Algen nur über den direkten Kontakt. Im Trinkwasser sind die Algen bei Test nicht nachgewiesen worden.Das Trinkwasser wird ja auch nicht direkt dem Stausee entnommen, sondern nach intensiver Filterung durch Sandschichten aus Filterbecken.


zu 3. Das starke Algenwachstum ist auf das Vorhandensein überreichlicher

Nährstoffe zurückzuführen, die durch starke Regenfälle im Frühjahr und dadurch angeschwemmte Düngemittel über Stever und Mühlenbach in den See gelangten. Die intensive Sonneneinstrahlung ließ ein starkes Algenwachstum eintreten. Eine Absprache über die Schließung des Seebades mit der Stadt Haltern am See -auch in der Badesaison - muss nicht erfolgen. Das Bad wird von der Seegesellschaft betrieben, die allein darüber entscheidet, wann sie ihr Bad öffnet und wann nicht. Eine formelle Erlaubnis zum Öffnen oder Schließen eines Bades gibt es nicht. Im übrigen dürfte bei den Temperaturen der letzten Tage der Andrang zum Seebad ohnehin gegen Null tendieren.


Mit freundlichen Grüssen

Heinz Kallhoff
Heinz.Kallhof@Haltern.de

Stadt Haltern am See

Bürgermeisterbüro


Name: Klaus Büchi
Datum: Wensday 2004-08-25 12:30:43
Email: kbsearchabhierloeschenspamschutz@gmx.de
Nachricht: Halterner Staussee, Algen, Schließung des Schwimmbades


Diskussion zum Thema:

Newsgroup: de.sci.biologie

WAZ: 30.08.04: Grüne sorgen sich um Stausee-Wasser

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